      
            
      {"id":507,"date":"2012-06-15T14:08:01","date_gmt":"2012-06-15T13:08:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mykessel.com\/blog\/?p=507"},"modified":"2012-09-07T10:19:36","modified_gmt":"2012-09-07T09:19:36","slug":"gemeinsam-statt-einsam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mykessel.com\/blog\/?p=507","title":{"rendered":"Gemeinsam statt einsam&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Nichts wird so kontrovers diskutiert wie die Qualit\u00e4t des Essens. Kein Wunder, ern\u00e4hrt sich doch jeder 365 Tage im Jahr und h\u00e4lt sich daher automatisch f\u00fcr einen Spezialisten. Aber nichts ist so komplex wie die Herstellung einer Mahlzeit. Vor allem wenn es um gr\u00f6\u00dfere Menge geht wie in der Gemeinschaftsverpflegung. In Deutschland essen t\u00e4glich ca. 18 Millionen Menschen au\u00dfer Haus, in \u00d6sterreich sind es 1,8 Millionen und in der Schweiz rund 1,6 Millionen. Die Gemeinschaftsgastronomie im Deutschsprachigen Raum tr\u00e4gt daher die Verantwortung \u00fcber die Gesundheit und das Wohlbefinden von \u00fcber 20 Millionen Essensteilnehmer pro Tag!<\/p>\n<p>Keine andere Berufsgruppe erreicht so viele Menschen auf einer t\u00e4glichen Basis. Daf\u00fcr zust\u00e4ndig sind ca. 1 Million Mitarbeiter, die gut <span style=\"text-decoration: underline;\">23 Milliarden Euro<\/span> an Lebensmitteln im Jahr verarbeiten. Man k\u00f6nnte meinen, dass so eine Berufsgruppe doch sehr m\u00e4chtig sein m\u00fcsste und zumindest ein W\u00f6rtchen mitzureden hat, wenn es um die Qualit\u00e4t des Essens geht?<\/p>\n<p>Weit gefehlt!<\/p>\n<p>Alle Welt mischt sich ein: Allen voran die Lebensmittelindustrie, dann die Politik und in Folge Ern\u00e4hrungsexperten, Berater, Essteilnehmer, etc. Und jeder bringt Vorschl\u00e4ge ein, wie es besser sein sollte. Verst\u00e4ndlich, weil der Druck gro\u00df ist. <span style=\"text-decoration: underline;\">80 Milliarden Euro<\/span> im Jahr verursachen mittlerweile die ern\u00e4hrungsbedingten Krankheiten. Jeder zweite Bundesb\u00fcrger ist \u00fcbergewichtig, bei den Kindern ist es bereits jedes Dritte. Zivilisationskrankheiten wie Herzkreislaufsch\u00e4digungen, Krebs und Diabetes steigen noch immer. Kurz gesagt: Wir fressen uns zu Tode!<\/p>\n<p>Um diesem Trend entgegen zu wirken werden Studien in Auftrag gegeben, Kampagnen gestartet und neue Lebensmittel entwickelt &#8211; es werden Millionen investiert. F\u00fcr das derzeitige Gesundheitssystem ist scheinbar nichts zu teuer.<\/p>\n<p>Wenn jedoch ein Caterer f\u00fcr Schulverpflegung, Betriebsrestaurant, Krankenhaus oder Pflegeheim gesucht wird, f\u00e4ngt das Feilschen an. Grunds\u00e4tzlich wird der billigste Anbieter gesucht, dem aber dann die h\u00f6chste Qualit\u00e4t abverlangt wird. Die Schuldenbremse sorgt daf\u00fcr, dass in staatlichen Krankenh\u00e4usern, Schulen und Pflegeheimen die Verpflegung genauso einsparen muss, wie alle anderen Abteilungen. Es wird erwartet, dass wir ein Schulkind um \u20ac 2,10 verpflegen k\u00f6nnen. In einem Krankenhaus hat der K\u00fcchenleiter im Schnitt \u20ac 4,20 zur Verf\u00fcgung. Wohlgemerkt f\u00fcr Fr\u00fchst\u00fcck, Mittag- und Abendessen! In Heimen liegt der Lebensmitteleinsatz bei \u20ac 3,60 pro Tag. Um diesem Preisdruck standzuhalten wird nach den billigsten Lebensmitteln gesucht. Zentralk\u00fcche werden aus dem Boden gestampft und Personalkosten massiv gek\u00fcrzt. Daraus resultiert ein gewaltiger Frust, der sich beim Personal breitmacht und f\u00fcr vermehrte Krankenst\u00e4nde, erh\u00f6hte Fluktuation und sinkende Motivation (\u201eWozu \u00fcberhaupt noch\u00a0 in der Gemeinschaftsgastronomie arbeiten!\u201c) verantwortlich ist.<\/p>\n<p>Das Durchschnittsgehalt von \u00c4rzten &#8211; laut einer Studie des International Central Europe Institute (ICEI)-, die f\u00fcr die <span style=\"text-decoration: underline;\">Reparatur<\/span> von ern\u00e4hrungsabh\u00e4ngigen Krankheiten zust\u00e4ndig sind, bel\u00e4uft sich in Deutschland auf \u20ac 132.000,&#8211; Das Durchschnittsgehalt in der Gemeinschaftsgastronomie, also von jenen Menschen, die ma\u00dfgeblich an der <span style=\"text-decoration: underline;\">Pr\u00e4vention<\/span> von ern\u00e4hrungsbedingten Krankheiten beteiligt sind, bel\u00e4uft sich auf \u20ac 34.000,&#8211;!<\/p>\n<p>An Hand dieser Zahlen l\u00e4sst sich deutlich der Stellenwert dieser Branche ablesen.<\/p>\n<p>Die gute Nachricht ist, dass ein Berufszweig, der t\u00e4glich f\u00fcr die Gesundheit und das Wohlbefinden von 20 Millionen Menschen zust\u00e4ndig ist, auch die Macht hat, hier Gro\u00dfes zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Wie das funktionieren soll?<\/p>\n<p>Indem wir unsere Leistung sichtbar machen und einheitliche Kriterien und Ma\u00dfnahmen beschlie\u00dfen, wie wir uns in Zukunft positionieren wollen.<\/p>\n<p>Dass Qualit\u00e4t seinen Preis hat ist jedem klar. Es w\u00fcrde auch niemandem einfallen, f\u00fcr \u20ac 15.000,&#8211; einen Porsche zu bekommen! Aber beim Essen und Trinken hat es die Gemeinschaftsverpflegung noch nicht geschafft Qualit\u00e4t klar zu definieren. In der Gastronomie gibt es Hauben und in der Hotellerie werden Sterne zur Schau gestellt. Klare Definitionen und Auszeichnungen, woran sich der Gast orientieren kann.<\/p>\n<p><strong>Das M&amp;M System\u00a0f\u00fcllt diese L\u00fccke der Gemeinschaftsverpflegung. <\/strong><\/p>\n<p>Die Frage, die sich jeder stellen muss, ist: Wie wichtig ist mir die Ern\u00e4hrung meiner G\u00e4ste, Patienten, Mitarbeiter, Sch\u00fcler oder Heimbewohner und wie wichtig ist mir die Umwelt?<\/p>\n<p>Jedes Unternehmen, das eine Au\u00dferhaus-Verpflegung anbietet, kann f\u00fcr sich entscheiden, welchen Standard es haben m\u00f6chte. Soll es ein 4 Kessel-Standard mit zus\u00e4tzlich 4 Bl\u00e4ttern f\u00fcr die Nachhaltigkeit sein? Bitte sehr. Dann gilt es jedoch auch gewisse Kriterien zu erf\u00fcllen, wobei es nicht so sehr um Investitionen geht, sondern prim\u00e4r um die Unterst\u00fctzung, die eine K\u00fcche erh\u00e4lt, um dieses Ziel zu erreichen.<\/p>\n<p>Bei einer Neuausschreibung auf der Suche nach einem Verpflegsanbieter, sollte nicht der Preis, sondern <strong>Qualit\u00e4t<\/strong> und <strong>Nachhaltigkeit<\/strong> ausschlaggebend sein.<\/p>\n<p>Indem mit dem <strong>M&amp;M<\/strong> System\u00a0dieser Prozess transparent und nachvollziehbar gemacht wird, kann auch das Vertrauen der Konsumenten (wieder-)gewonnen werden.<\/p>\n<p>Das Wertesystem f\u00fcr die Gemeinschaftsgastronomie ist durch die Vielschichtigkeit des\u00a0M&amp;M Systems\u00a0\u00a0bereits geschaffen worden. Es liegt nun an den ca. 50.000 Gemeinschaftsverpflegern im deutschsprachigen Raum den Ball aufzuheben und gemeinsam in eine neue Richtung zu marschieren.<\/p>\n<p>Daher ist die Zeit reif, dass alle Verb\u00e4nde, Politiker, Caterer und jedes einzelne Unternehmen ihre Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, um so der Qualit\u00e4t und Nachhaltigkeit eine neue Bedeutung zu geben. Ein einfacher, gangbarer Weg, damit der Stellenwert unserer Ern\u00e4hrung und der Gemeinschaftsverpflegung in eine neue Dimension eintreten kann. Keinen faulen Kompromissen mehr! Geben wir den 20 Millionen Menschen t\u00e4glich das, was sie brauchen: ein ausgewogenes, frisches Essen. Kurzum, einen Ern\u00e4hrungsstil, der fit anstatt krank macht. \u00dcbernehmen wir Verantwortung!<\/p>\n<p><em>\u201eErst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.\u2018\u2018\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Weisheit der Cree-Indianer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nichts wird so kontrovers diskutiert wie die Qualit\u00e4t des Essens. Kein Wunder, ern\u00e4hrt sich doch jeder 365 Tage im Jahr und h\u00e4lt sich daher automatisch f\u00fcr einen Spezialisten. Aber nichts ist so komplex wie die Herstellung einer Mahlzeit. 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